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13. Wie Tabak angebaut wird – ein Hohelied auf die Globalisierung

In Afrika, sowie auch in Südamerika, gibt es viele Länder, die Tabak anbauen. Auf afrikanischem Boden sind das beispielsweise Malawi, Simbabwe oder Kenia. Die Tabakbauern werden von den Konzernen systematisch ausgebeutet, und das gesundheitlich wie finanziell! So erkranken Tabakbauern immer wieder an GTS (Green Tobacco Sickness). Nikotin ist eine der wenigen Anbaupflanzen, die an sich schon giftig ist. Entsprechend tritt GTS vor allem während jeder Erntesaison auf. Durch direkten Kontakt mit den grünen Blättern erkranken viele Tabakbauern an GTS. Die Symptomatik entspricht der einer ausgewachsenen Nikotinvergiftung (erwähnte ich eigentlich bereits, dass Nikotin eigentlich ein Insektizid ist ...). Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Schwindel mit Schwächeanfällen, Krämpfen und starken Schwankungen von Blutdruck und Puls.

Als ob die eigentliche Giftigkeit der Tabakpflanzen nicht gefährlich genug wäre, wird auch noch mit starken Pestiziden und Insektiziden hantiert, denen sich die Tabakbauern zum Großteil nahezu ungeschützt aussetzen müssen. Ein stark wirkendes Insektizid ist Chlorpyrifos. Es wird vielerorts im Tabakanbau angewandt, obwohl es im Verdacht steht, erbgutverändernd zu sein und das ungeborene Kind direkt zu schädigen. Des Weiteren führt dieses Insektizid beim Menschen und bei vielen Tieren zu Sehstörungen, Schwindel, Nervenschäden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Krämpfen, Atembeschwerden und Bewusstlosigkeit. Chlorpyfiros kontaminiert sowohl Luft als auch Wasser (das Grundwasser und alle Gewässer in der Nähe). Besonders fatal ist in diesem Zusammenhang, wie dramatisch sich die Spuren dieses Teufelsgebräus ausbreiten. Noch bis zu 25 Kilometer vom Ort der Anwendung entfernt, können Spuren dieses Mittels problemlos nachgewiesen werden.

Nicht selten kommt auch Aldicarb zum Einsatz. Dieses Mittel zählt zu den giftigsten Pestiziden, die der Menschheit bekannt sind. In Tierversuchen zeigte Aldicarb folgende Wirkung: Es führt zu chronischen Schäden des Nervensystems, wirkt suppressiv (unterdrückend) auf das Immunsystem, ruft Gendefekte und Erbgutveränderungen hervor und kann insofern auch zu Fehlentwicklungen bei Embryonen führen. Des Weiteren schaden die in Aldicarb enthaltenen Stoffe der Leber sowie den Nieren und führen zu Schäden des Sehsinns und des Gehörs. Aldicarb ist definitiv krebserregend. Bereits das Hundertstel eines Gramms wirkt tödlich!

Sogar Desinfektionsmittel kommen im Tabakanbau zum Einsatz. Ein besonders ruhmreicher Vertreter: 1,3-Dichlorpropen. Eigentlich ist dieses Desinfektionsmittel für Böden gedacht und nicht für die Anwendung im Freien, denn dort sickert es ins Grundwasser und kontaminiert somit auch das Trinkwasser. Scheinbar sind die Tabakkonzerne der Ansicht, dass insbesondere Afrikaner über genügend sauberes Trinkwasser verfügen. Die Auswirkungen einer Vergiftung mit 1,3-Dichlorpropen sind: Hautirritationen, Atembeschwerden, Sehstörungen sowie Schädigung der Niere. In Tierversuchen offenbarte sich eine krebserregende Wirkung und 1,3-Dichlorpropon führt zu Gendefekten bei Insekten und Säugetieren.

Tabakkonzerne verpesten durch ihre Methoden die Umwelt mit hochgiftigen Mitteln! Die Tabakbauern werden wissentlich dem Risiko ausgesetzt, sich tödlich zu vergiften oder durch solche Vergiftungen zu gesundheitlichen Wracks zu werden! Wie ist das möglich? In Brasilien zeigten sich bei 79% aller Farmarbeiter Vergiftungserscheinungen verschiedenster Art! In Afrika starben bereits Tausende an den Vergiftungsfolgen! Genaue Zahlen können kaum evaluiert werden, da die gesundheitliche Versorgung vielerorts nur auf Sparflamme stattfindet. Das Problem besteht darin, dass die Bauern und Farmer keine angemessene Schutzkleidung erhalten (und selbst dann würde die Umwelt immer noch massiv geschädigt werden). Die Tabakkonzerne nutzen die Unwissenheit und die Bedürftigkeit der Betroffenen aus und lassen sie blind ins offene Messer laufen! Zudem sparen die Tabakkonzerne eine Stange Geld, indem sie auf diese Schutzmaßnahmen verzichten.

Dabei sparen die Tabakkonzerne auch an andere Stelle. Dadurch, dass der Markt für Tabak von einem Kartell an Tabakkonzernen kontrolliert wird, kontrollieren sich auch zu größten Teilen den Tabakanbau. Dies geht soweit, dass sie den Tabakbauern Verträge aufdiktieren können, die diese in den Ruin treiben. Die Verträge verpflichten die Bauern Kredite (und zwar in Form von Saatgut, Dünger und Gerätschaften) ausschließlich bei dem jeweiligen Konzern aufzunehmen. Dadurch werden die Tabakbauern vertraglich gezwungen, bei nur einem Konzern einkaufen zu können. Die Gewähr von Kredit lockt viele, da sie kaum Eigenkapital besitzen, und hoffen sich im Tabakanbau eine Existenz schaffen zu können. Wenn die Ernte erfolgt ist, dann gehen die Tabakkonzerne her und bestimmen die Preise, die sie selbst für den Tabak bezahlen werden. Dabei zahlen sie meist weniger, als das, was sie an Krediten ausgeschüttet haben. Dadurch werden die Bauern in die Schuldenfalle getrieben und weiterhin abhängig gemacht.

Des Weiteren drücken die Tabakkonzerne die Preise durch vertraglich diktierte Überproduktion nach unten. Eine andere Variante der Preisdrückerei besteht darin, dass ein Tabakkonzern einfach große Teile der hiesigen Ernten eines anbauenden Landes aufkauft. Dadurch werden die Preise in den unterschiedlichen Binnenmärkten weiter gedrückt.

Unter Ausnutzung ihrer monopolistischen Hoheit und der Armut der Bevölkerung ist es den Tabakkonzernen möglich, die Arbeiter und Bauern in eine vertragliche Sklaverei zu zwingen. Das macht die großen Tabakkonzerne zu Kolonialherren! Selbst in Anbetracht einer höchst ungerechten Globalisierung nehmen die Global Player der Tabakindustrie eine Spitzenposition ein, wenn es um ein Maximum an Profitgier auf Kosten von Menschlichkeit und Gerechtigkeit geht! Und wieso können sie das tun? Weil genügend Menschen bereit sind, ein Vermögen für diesen Unsinn auszugeben! Nur deswegen lohnt es sich! Es ist den Tabakkonzernen nur deshalb möglich, so viel Geld zu verdienen und ihre Arbeiter in jeder Hinsicht auszubeuten, weil genügend Menschen eine Notwendigkeit darin sehen, Rauch ein- und wieder auszuatmen. Das Ganze könnte als bizarr bezeichnet werden, wenn es nicht so grausam wäre.

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