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3. Wie süchtig macht Nikotin wirklich?

Nikotin ist der Suchtstoff, der in Zigaretten enthalten ist. Keine andere der Menschheit bekannte Droge gelangt so schnell in den Kreislauf wie Nikotin. Schon sieben Sekunden nach dem ersten Lungenzug, wirkt Nikotin im Gehirn. Es wird also vom Körper extrem schnell aufgenommen. Dadurch weist Nikotin ein rasches Suchtpotenzial auf. Man wird sehr schnell körperlich süchtig nach Nikotin. Dazu reicht nicht selten schon eine einzige Zigarette, denn Nikotin wirkt schneller als intravenös gespritztes Heroin!

So schnell, wie Nikotin in den Körper gelangt, so schnell wird es auch wieder abgebaut. Nach 30 Minuten ist die Halbwertszeit bereits überschritten. Die Hälfte des Nikotins ist also bereits wieder abgebaut. Nach einer Stunde wirkt nur noch ein Viertel der Dosis. Das ist auch die Erklärung dafür, warum viele Raucher im Schnitt auf circa 20 Zigaretten am Tag kommen. Sowie die Alarmglocke schrillt, wird eine geraucht, um den Nikotinspiegel aufrecht zu erhalten.

Nikotin ist eine durchsichtige, ölige Lösung, die in den Tabakpflanzen enthalten ist. In der Landwirtschaft wird Nikotin bisweilen als bewährtes Mittel zur Insektenvernichtung eingesetzt. Nikotin ist also ein wirkungsvoller Giftstoff. In der Tat würde die Nikotindosis einer einzelnen Zigarette tödlich wirken, wenn man sie sich intravenös spritzen würde.

Objektiv betrachtet hat Nikotin eigentlich kaum eine stimulierende Wirkung. Wer an Drogen denkt, der denkt vor allem an Rauschgift. Allerdings ist der Rausch, der durch Nikotin erzeugt wird, kaum wahrnehmbar. Man kann allenfalls von einer minimal beruhigenden Wirkung ausgehen. Nikotin wirkt also – wenn überhaupt – nur auf subtile Weise berauschend. Wie kann es einen Raucher dann aber so süchtig machen?

Die bescheidene Antwort: Das tut es gar nicht! Nikotin macht zwar sehr schnell süchtig, allerdings ist diese körperlich Sucht von sehr geringer Intensität. Die “Entzugserscheinungen“ – womit nicht das subjektive Gieren nach einer Zigarette gemeint ist, sondern die tatsächlichen, körperlichen Entzugserscheinungen – sind so gering, dass ein Raucher sie zeitlebens nie bemerken wird. Im Grunde genommen wird kein Raucher jemals zu spüren bekommen, dass er körperlich süchtig ist. Selbst ein Kettenraucher wird solches nie an sich wahrnehmen! Wenn körperliche Entzugssymptome auftreten, dann haben sie auf jeden Fall psychische Ursachen.

Sie glauben mir nicht? Gut, dann erklären Sie mir Folgendes: Wie kann es sein, dass ein Raucher (sofern er nicht aus irgendwelchen Gründen schlafgestört ist) acht oder gar zehn Stunden durchschlafen kann, ohne an Entzugserscheinungen zu leiden? Selbst Kettenraucher können eine ganze Nacht schlafen, ohne zu rauchen. Tagsüber jedoch qualmen sie alle zehn Minuten eine Zigarette. Wenn man bedenkt, wie schnell sich Nikotin abbaut, müsste jede zigarettenlose Nacht doch ein wahrer Horrortrip sein! Raucher müssten schweißgebadet und zitternd aufwachen! Tun sie aber nicht. Im Gegenteil: Oftmals warten selbst eingefleischte Raucher bis nach dem Frühstück ab, ehe sie die erste Zigarette rauchen. Müsste ein Kettenraucher jedoch tagsüber acht Stunden oder gar länger auf eine Zigarette verzichten; es wäre ihm unerträglich.

Daran wird ziemlich offensichtlich, dass es mit der körperlichen Sucht nicht so weit her sein kann. Die körperliche Sucht an sich macht das Aufhören also nicht schwer. Wenn sie so maßgebend wäre, würde JEDER Raucher zwangsläufig zum Kettenraucher werden. Dem ist aber nicht so. Dennoch spielt das körperliche Verlangen nach Nikotin eine Rolle. Es ist nicht wirklich ein Suchtdruck (wie bei Heroin oder Alkohol), der erzeugt wird. Viel mehr ist es ein diffuses Gefühl der Leere, das entsteht; dem Hunger nicht unähnlich. Deswegen wird das Rauchen auch häufig mit dem Essen in Verbindung gebracht. Wenn ein Raucher Hunger verspürt, aber nichts zu Essen zur Hand hat (zum Beispiel während einer Autofahrt), neigt er oftmals dazu, mehr zu rauchen. Sind ihm die Kippen ausgegangen, dann essen viele Raucher vermehrt und stopfen sich mit Knabbereien voll. Daher auch das hartnäckige Gerücht, dass Raucher zwangsläufig zunehmen würden, wenn sie mit dem Rauchen aufhören (mehr dazu in Abschnitt). Wer meint mehr essen zu müssen, sowie er nicht mehr rauchen kann oder will, der geht nur der Illusion auf den Leim, die der sinkende Nikotinspiegel vorgegaukelt.

Lesen Sie weiter: 4. Was zwingt uns weiter zu rauchen?
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