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12. Das dreckige Geschäft – Zigaretten und ihre wahren Nutznießer.

Stellen Sie sich vor, der Staat würde rund 80 Prozent ihrer Einnahmen versteuern und einsacken. Könnten sie es sich vorstellen, so irgendein Gewerbe zu betreiben? Eher nicht – es sei denn Sie sind ein Tabakkonzern, dann geht das wunderbar! Von jedem Päckchen Zigaretten, das jemand kauft und inhaliert, gehen zwischen 76% bis 80,5% an den Staat. Und zwar in Form von Tabak- und Mehrwertsteuer. Die Tabaksteuer bezieht sich dabei auf jede einzelne Zigarette und den gesamten Päckchenpreis. Nach der Steuer für Mineralöl ist die Tabaksteuer die “erfolgreichste“ der sogenannten “besonderen Verbrauchersteuern“. Und das, obwohl sie kein Mensch wirklich zahlen MUSS. Derzeit nimmt der Bundestag jährlich rund 14,4 Mrd. Euro durch die Tabaksteuer ein! Dank der EU steht die nächste schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer schon bevor (von 57 auf 63 Prozent des gewichteten Durchschnittspreises). Zudem sollen für losen Tabak, Zigarillos und Zigarren schon bald die gleichen Bedingungen gelten, wie für Fertigzigaretten.

Wenn die Steuern auf Tabak erhöht werden, dann übrigens immer “schrittweise“, damit ja nicht zu viele Raucher türmen und auf die Idee kommen aufzuhören. Wie sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (angesprochen auf den Sinn schrittweiser Erhöhungen der Tabaksteuer):“.......um ein Ausweichverhalten bei den Rauchen zu vermeiden.“. So viel zu dem Argument des Gesundheitsministeriums, hohe Tabakbesteuerungen würden der Abschreckung dienen ...... Vielleicht will man die Steuern so lange erhöhen, bis sie den volkswirtschaftlichen Schaden wieder ausgleichen, der durch das Rauchen entsteht. Dieser liegt bei jährlich über 17 Mrd. Euro! Der volkswirtschaftliche Schaden beläuft ich sogar auf knapp 40 Mrd. Euro, wenn mann alle relevanten Posten hinzuzieht (Arbeitsausfälle, Lohnfortzahlungen, Behandlungskosten etc.)! Kein Wunder, dass ein Staat, der so wirtschaftet, zur Verschuldung neigt. Aber wer weiß? Vielleicht reifen die Pläne für das 10,-Euro-Päckchen schon in den Schubladen unserer werten Volksvertreter. Ein Ziel, dem man sich ja langfristig und (nicht zu vergessen) “schrittweise“ annähern kann. Dann gibt’s auch wieder, zumindest in dieser Hinsicht, schwarze Zahlen.

Um schwarze Zahlen müssen sich die Tabakkonzerne selbst keine Sorgen machen. Ihr Geschäft läuft wunderbar. Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie die Tabakkonzerne in den USA 1997 zu einer Strafe von 368,5 Milliarden Dollar verklagt wurden. Die Begleichung dieser Strafe läuft noch immer. Sie soll binnen 25 Jahren (ab 1997) beglichen werden. Damals klagten etliche Raucher, die an Krebs erkrankt waren. 368,5 Milliarden Dollar! Das wird der Tabakindustrie in den USA aber einen Schlag versetzt haben! Nicht wirklich. Die Tabakkonzerne erwarben sich dadurch nämlich die unbedingte Immunität vor jeglichen weiteren Klagen solcher Art. Wirklichen Schaden nahm dabei allenfalls das Image. Und wenn man überlegt, dass allein der Konzern Phillip Morris mit seinen Tabakprodukten jährlich rund 60 Milliarden einnimmt, wird deutlich, dass diese Klagesumme in 25 Jahren ohne Turbulenzen zu bewältigen ist.

Wie Tabakkonzerne weltweit agieren, ist absolut skrupellos und skandalös! Nicht nur, dass sie ein Produkt an den Mann bringen, das erwiesenermaßen hochgiftig ist. Die Tabakkonzerne sind zudem Lobbyisten reinsten Wassers. Um den Weiterverkauf von Zigaretten aufrecht zu erhalten und möglichst uneingeschränkten Tabakkonsum (entgegen dem Sinne öffentlicher Rauchverbote) zu gewähren, ist den Global Players aus der Tabakindustrie nichts zu Schade. Als die Konzerne im Rahmen der Raucherprozesse zur Offenlegung ihrer Dokumente gezwungen wurden, offenbarten sich viele unschöne Details, die mit lauterem Wirtschaften gar nichts mehr zu tun hatten. Es stellte sich heraus, dass die fadenscheinige Anti-Tabak-Haltung der Politik Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit ist. So konnte man den ersten Versuch eines generellen Rauchverbots in öffentlichen Räumen in Deutschland bereits 1989 verhindern. Die Verbindungen zu den richtigen Spitzenleuten in der Politik hat es möglich gemacht. Damals galten die Bemühungen der Tabakindustrie vor allem Helmut Kohl und EU-Kommissar Martin Bangemann (FDP). Mit Erfolg! So waren einige der “Vorschläge“, die Herr Bangemann in der EU unterbreitete, direkt auf Vorlagen der Zigarettenindustrie zurückzuführen. Auf solch fingierte Vorschläge verstehen sich die Tabakkonzerne auch heute noch bestens. So diente im Herbst 2007 ein Text der Zigarettenindustrie als Tischvorlage bei den Koalitionsgesprächen zum Thema “Rauchverbot“, aus dem ja bekanntlich später der etwas verschärfte Nichtraucherschutz wurde.

Wann immer es also zur Sache geht, macht die Politik denn Kniefall vor der Tabakindustrie. Ein Privileg, das sich die Tabakindustrie teuer erkauft? Von wegen! Wer trägt denn letztlich die Tabaksteuer? Richtig: der Raucher! Die Konzerne fahren Milliardeneinnahmen ein, und das monatlich, während der Raucher die Zeche zahlt! Dafür ermöglicht ihm die Tabakindustrie, süchtig zu werden und sich systematisch zu vergiften. Na besten Dank! Raucher geben im Laufe ihres Lebens ein Vermögen für Produkte aus, die billigst hergestellt werden. Zum Beispiel in Afrika.

Lesen Sie weiter: 13. Wie Tabak angebaut wird – ein Hohelied auf die Globalisierung
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